
Mi, 8.11. 19:30 Zeche: Hannes Heer: "Hitler war's"
Jahrestag der Reichspogromnacht
"Hitler war's" - Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit
Mit: Hannes Heer (Historiker und ehemalige Leiter der Wehrmachtsausstellung) Moderation: Dr. Hendrik Groth (stellv. Chefredakteur WAZ)
Anlässlich des 68-zigsten Jahrestages der sog. Reichspogromnacht, die den Auftakt zur Vernichtung der deutschen Juden markiert, wollen wir uns mit neuen Tendenzen im politischen Umgang mit den NS-Tätern beschäftigen. Der bekannte Historiker und ehemalige Leiter der Ausstellung 'Vernichtungskrieg: Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944', Hannes Heer, konstatiert in den letzten Jahren eine geschichtspolitische Wende im Umgang mit der NS-Tätergeneration. In seinen aktuellen Publikationen 'Vom Verschwinden der Täter. Der Vernichtungskrieg fand statt, aber keiner war dabei' und 'Hitler war's.
In 'Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit' widmet sich Heer den neuesten Konjunkturen der Vergangenheitsbewältigung'. Anhand von Bernd Eichingers Film ,Der Untergang', den populären Fernsehserien von Guido Knopp und den Publikationen des Münchener Instituts für Zeitgeschichte zur Rolle der deutschen Wehrmacht, analysiert Heer das Rollback im Geschichtsbild. Hitler und die engste NS-Führungsriege dienen dabei als bequeme Sündenböcke um die große Mehrheit der Deutschen von ihrer Vergangenheit zu befreien. Den wieder auflebenden historischen Mythen stellt der Autor die Unterstützung des NS-Regimes durch eine breite 'Volksgemeinschaft' und die aktive Beteiligung der Wehrmacht am Holocaust entgegen. Anhand der populären Familienromane von Uwe Timm, Wibke Bruhns und Tanja Dückers wird auch die enge Verschränkung von privater und großer Geschichte im Alltag unterm Nationalsozialismus thematisiert.
Ort: Zeche Carl, Wilhelm-Nieswandt-Allee 100, Essen
Datum: Mittwoch, 08. November 06, 19:30 Uhr
Veranstalter: Antirassismus-Telefon, Bildungswerk der Humanistischen Union, KV Die Grünen Essen, DFG/VK Essen, Essener Friedensforum, Rosa Luxemburg Club, Runder Tisch für Menschenrechte und gegen Rassismus, Zeche Carl
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