Mittwoch, 20. Dezember 2006

Weapons of mass destruction

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24262/1.html
Nuklearpakt zu Lasten der Sicherheit
Harald Neuber 20.12.2006
US-Präsident Bush hat den atomaren Handel mit Indien per Gesetz legitimiert


http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24263/1.html
Trickreiches Atomabkommen mit Indien
Florian Rötzer 20.12.2006
Mit der Unterzeichnung des umstrittenen Atomabkommens setzte US-Präsident > Bush in gewohnter Manier viele der vom Kongress geforderten Einschränkungen > und Verpflichtungen stillschweigend wieder außer Kraft

http://www.ippnw.de/article/061214_Indien-USA-Abkommen.html
IPPNW-Pressemitteilung vom 12. Dezember 2006
Falsche Signale, falsche Richtung
Indische Ärzte kritisieren Atomabkommen

Samstag, 16. Dezember 2006

In DIE WELT findet sich die frohe Botschaft eines Gunnar Heinsohns
DIE WELT 3.12.2006
Libanon / Zu wenige zornige junge
Männer für den Bürgerkrieg
Gunnar Heinsohn erklärt, warum es
trotz aller religiösen Gegensätze
nicht mehr, wie vor zwanzig
Jahren, zum brudermörderischen
Gemetzel kommen wird.

Wer das glaubt ! Dieser Zusammenhang zwischen Bevölkerungsstruktur und Kriegsprognose, scheint doch zu simpel.
Zudem ergibt sich ein Umkehrschluss, der mir doch problematisch scheint:
Zitat aus
DIE WELT
Selbst Gaza könnte heute ruhig
sein, wenn zu Beginn des
Oslo-Prozesses 1990 die
Weltgemeinschaft zwar weiterhin
jedes bis dahin geborene Kind als
“Flüchtling” versorgt, aber
angekündigt hätte, dass danach
aber, wie im Libanon,
Eigenunterhalt einsetzen
müsse. Heute würden die ersten
Jungen das “Kampfalter” von 15
Jahren erreichen und zugleich
einzige Söhne sein. Die würden
sich vom Terror wenig, aber von
einem Frieden mit Israel manches
versprechen können.
Die Welt aber bezahlt weiter und
denkt nicht einmal 2006 daran,
wenigstens für das Jahr 2020 dem
“Kriegswillen” seine zornige
Basis zu entziehen.


Die schlechte Nachricht zur guten Nachricht könnte sein,
dass die Bundeswehr keine zornigen jungen Männer mehr braucht, um mit überlegener Militärtechnologie, - vielleicht sogar demnächst mit wartungsfreien Kampfrobotern die “Deutschen Interessen am Hindukusch” zu “verteidigen”.

Übrigens kommt Gunnar Heinsohn am 11.01.2007 nach Essen.
11.01.2007 / 19:30 Uhr Donnerstagsgespräch in der Alten Synagoge:

“Babies Win Wars. Entscheidet die
Demografie die Zukunft Europas?
Prof. Dr. Gunnar Heinsohn,
Bremen”

Freitag, 15. Dezember 2006

Oliver Stone soll wegen Castro-Interview Strafe zahlen

Oliver Stone muss ein Bußgeld zahlen. Der 60-jährige Regisseur soll nämlich gegen das Handelsembargo der USA gegen Kuba verstoßen haben. Deshalb verschickten die Behörden in Washington einen Bußgeldbescheid über 6.322 US-Dollar an den dreifachen Oscar-Preisträger. Auch weitere Mitarbeiter seiner Produktionsfirma sollen zahlen. Ihr Vergehen: Für den Dokumentarfilm "Comandante" hatten Oliver Stone und sein Team den bei der US-Regierung nicht gerade beliebten kubanischen Staatschef Fidel Castro interviewt - und zwar in Havanna.

Donnerstag, 14. Dezember 2006


Jürgen Todenhöfer war 18 Jahre lang Mitglied des Deutschen Bundestags und Sprecher der CDU/CSU für Entwicklungspolitik und später für Abrüstung und Rüstungskontrolle. Er ist Autor des Bestsellers »Andy und Marwa – zwei Kinder und der Krieg«

in DIE ZEIT Nr. 32 vom 4. August 2005 schrieb er:

...
Was geschähe, wenn muslimische Extremisten den pakistanischen Präsidenten Musharraf stürzten, in den Besitz von Atomwaffen gelangten und die USA angriffen? Was geschähe, wenn die USA eines Tages ein weiteres Mitglied der »Achse des Bösen« präventiv angriffen und dabei – wie angekündigt – Bunker knackende Mini-Nukes einsetzten? Was geschähe, wenn dieses Land überraschenderweise selbst Atomwaffen besäße und diese gegen die USA oder Israel einsetzte? Wäre diese Eskalation dann noch kontrollierbar?

Zur totalen nuklearen Abrüstung gibt es aus vier Gründen keine Alternative:

1. Aus Gründen des Völkerrechts. Der Pflicht zur völligen nuklearen Abrüstung können sich die Kernwaffenstaaten schon aus vertraglichen Gründen nicht entziehen. Im Nichtverbreitungsvertrag von 1970 haben sie den Nichtkernwaffenstaaten feierlich versprochen, sie nicht nur bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie zu unterstützen, sondern selbst schrittweise nuklear vollständig abzurüsten. Die Atommächte haben ihr Abrüstungsversprechen bis heute nicht eingehalten. Sie befinden sich im Zustand permanenten Vertragsbruchs.

2. Aus Gründen der politischen Klugheit. Solange die Großmächte argumentieren, sie benötigten die atomare Abschreckung zum Überleben, werden instabile Entwicklungsländer dagegenhalten, dann brauchten sie diese Waffen erst recht. Die Großmächte müssen daher endlich verstärkt auf Abrüstung, Rüstungskontrolle und »vertrauensbildende Maßnahmen« setzen. Sonst werden metastasenartig immer neue Nuklearmächte à la Nordkorea entstehen. Auch die Strategie nationaler militärischer Präventivschläge muss aufgegeben werden. Sie ist geradezu eine Aufforderung an marode Staaten, sich nukleare Abschreckungswaffen zu besorgen.

3. Aus Gründen der Moral. Wir nehmen mit der Strategie der nuklearen Abschreckung bewusst die millionenfache Tötung von Zivilpersonen in Kauf. Das gilt auch für die heutige Strategie der flexible response, die angeblich nur noch militärische Ziele ins Visier nimmt – Ziele, die leider häufig in unmittelbarer Nähe oder im Zentrum von Städten liegen. Selbst wenn die nukleare Abschreckung, wie ihre Anhänger behaupten, den Nuklearkrieg für immer verhindern würde, so widerspricht die Vorstellung, dass unser Frieden auf der Androhung der Pulverisierung von Millionen unschuldiger Zivilpersonen beruht, allen Grundsätzen unserer Zivilisation.

4. Aus Gründen der Selbsterhaltung. Wenn wir die Atomwaffen nicht beseitigen, werden sie uns beseitigen. Wenn nicht heute, dann morgen. Ich bin kein Pazifist. Eine starke Verteidigung ist genauso unverzichtbar wie eine starke Polizei im Innern. Nuklearwaffen aber sind dazu nicht erforderlich. In den USA entstehen zurzeit neue konventionelle Waffensysteme. Ihre Vorteile sind präzise Konzentration auf militärische Ziele, (erschreckende) Effektivität sowie eine deutlich geringere Eskalationsgefahr als bei Nuklearwaffen.
Die Nuklearlobby hält dagegen, konventionelle Waffen seien nicht bunkerbrechend und sie seien, weil sie nicht flächendeckend alles vernichten könnten, weniger wirkungsvoll gegen bewegliche Ziele des Gegners, zum Beispiel gegen mobile Raketen. Daran ist richtig, dass konventionelle Waffen nicht alles vernichten können. Aber das ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil.
Das 21. Jahrhundert muss nicht nur das Jahrhundert der Überwindung des internationalen Terrorismus werden, sondern auch das der nuklearen Abrüstung. Beide Themen sind in beängstigender Form miteinander verwoben. Die ersten tiefgreifenden nuklearen Abrüstungsschritte sollten sehr schnell erfolgen, damit nie wieder Politiker Gedenkreden halten müssen wie Iccho Itoh, der Bürgermeister von Nagasaki, vor zehn Jahren zum 50. Jahrestag des Atomschlags gegen seine Stadt:
»Nagasaki war zu einer Stadt des Todes geworden. Nicht einmal mehr das Geräusch von Insekten war zu hören. Unzählige Männer, Frauen und Kinder schleppten sich zum Fluss Urakami, um Wasser zu trinken. Ihre Haare und Kleider waren versengt, ihre Haut hing in Fetzen herunter. Um Hilfe bettelnd, starben sie im Wasser oder am Ufer. Vier Monate nach dem Atomschlag waren 74 000 Menschen tot, 75 000 verletzt. Zwei Drittel der Bevölkerung waren Opfer der Katastrophe geworden. Sie war über die Stadt gekommen wie ein Ausblick auf den Untergang der Welt.«
Eine Bergwanderung

eine kurze Erzählung, die ich wiedergefunden, und wieder abgetippt habe

Eine Bergwanderung:
von mir bereits 1985 aus dem Schwedischen übersetzt.
Aus einem Roman von Rolf Edberg:
Spillran av ett moln. (Rest einer Wolke)
Es ist eine sehr freie Übersetzung, weil Rolf Edberg ursprünglich
eine Wanderung mit seinem Sohn beschreibt und in Wir-Form erzählt.
Ich habe daraus eine Ich-Erzählung gemacht, und 1985 verwendete
ich diesen Text als Anlage zu meinem Antrag auf
Kriegsdienstverweigerung. Ich las ihn in der Verhandlung vor.
Die Wirkung dieses poetischen Textes spüre ich immer noch.
Kann es sein, dass er immer noch zeitgemäß ist ?

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Eine Bergwanderung



Ich steige von Memurubu aus Russhalsen hinauf.
Unter mir Gjende, dunkelgrün.

Das Gebirge von der Südseite spiegelt sich blau-schwarz im Wasser.
Die Sonne strahlt, obwohl es noch früh am Morgen ist.

Gestern hatte es noch geregnet.

Vielleicht ist es nur eine Einbildung, aber ich denke immer,
dass der Vogelgesang an einem Sonnenmorgen nach Regentagen lebhafter ist.

Dass auch die Farben der Landschaft reiner sind,
und die Erde stärker duftet.

Die Armbanduhr habe ich in meinem Rucksack versteckt,
- sie soll die Zeit nicht zerhacken.

Ich will die Zeit genießen, jeden Augenblick für sich selbst sein lassen.

In so einem Augenblick kann es geschehen,
daß man über die Ganzheit des Lebens nachdenkt.

Man ist entbunden von all den kleinen Alltagsproblemen,
den speziellen Dingen des Alltags.

Ich gehe entlang dem Russwasser.
Als ich mich umdrehe, sehe ich wie die Wolken ihr Spiel über Blaabreen
und Styggebretindan treiben.

Das ist Jotunheimen, das "Heim der Riesen".

Ein sehr passender Name,
der ein Bild der eisigen Zinnen hoch über die hektische Menschenwelt gibt.

Natürlich:
Wenn ich hier meine Eindrücke in Worten wie "Riesenheim" ausdrücke,
dann handelt es sich um ein erdgebundenes Maß.

Es ist ein subjetiv richtiges Maß, dass mein Erleben wiedergibt.

Aber das Spiel der Wolken kann ebenfalls einen veranlassen,
einmal die Perspektive zu verkehren.

Da schrumpfen die Zinnen des Riesenheims.

Der Erdradius ist, erinnere ich mich, 6400 Kilometer.
Von den höchsten Gipfeln oder vom Meeresspiegel
ist der Abstand fast der gleiche.

Abweichungen, - diese Abweichungen, die mich an Riesen denken lassen,
- sind aus einem globalen Blickwinkel gesehen verschwindend.

Schon für Astronauten, die in ihrer Kapsel den Globus umkreisen,
sind die Täler und funkelnden Bergspitzen zu einer Masse verschmolzen,
ohne wahrnehmbare Niveauunterschiede.

Alles, was für uns von Bedeutung ist, das Leben,
spielt sich in einer hauchdünnen Schicht ab, die die Erde überzieht.

Unter uns brodelnd heisse Lava.

Über uns die Kälte des Weltalls, die ungedämpfte Strahlung.
Vom Standpunkt des organischen Lebens: Zwei Todesreiche.

Wir leben in einem schmalen Grenzland zwischen zwei Todesreichen.

Aber,- als ob es nicht genug wäre, -
sind wir dabei einen dritten Tod zu ermöglichen:
den des kollektiven Selbstmordes.

Ich lausche in die Stille,- und höre das Echo von jungen uniformierten
Männern, die rund um den Globus marschieren.

Gelbe, braune, schwarze und weiße Soldaten.

Alle mit der gleichen robotermässigen Gangart.
So ist es ja schon immer gewesen.
Szenen der menschlichen Geschichte, die sich wiederholen.

Freund und Feind haben gewechselt,
aber neue junge Männer setzen gehorsam das uniformierte Marschieren fort.

Zweimal erlebten meine Großeltern,
dass dieses Marschieren in einen Weltkrieg führte.

Das letzte Mal war es ein kleiner Gefreiter
mit einem eigenartig ausgestreckten Arm,
der die Lunte zündete und das Pulverfass zum Explodieren brachte.

In kurzer Zeit waren alle Kontinente, selbst die abgelegensten
Inseln des Ozeans in einer Massenschlacht verwickelt.

Menschen aller Farben schlugen sich an wechselnden Fronten,
oft ohne zu wissen gegen wen, selten für was.

Fünfzig Millionen Menschen haben nie erfahren, wer gewonnen hat,
- wenn überhaupt jemand gewonnen hat.

Man errichtete Denkmäler für die Toten,
bekränzte neue Gräber für unbekannte Soldaten,
und dann entdeckte man,
dass man gegen die falschen Feinde zu Felde gezogen war.
Ehemalige Feinde wurden Verbündete,
ehemalige Verbündete wurden Gegner.

Und das Marschieren setzte sich fort.

Und es setzt sich immer noch fort.

Aber etwas Neues ist ja dennoch hinzugekommen:
Der Giftpilz, der sich hoch über Wolkenkratzer erhebt,
ja sogar über das Riesenheim, dort wo ich jetzt wandere.
Unmöglich ihm auszuweichen, - nicht einmal in dieser Einsamkeit.
Hans van Heijningen erzählt die Geschichte von Ramon aus Honduras, der in Kuba mehrere Jahre Medizin studierte. Nach jahrelangem Aufenthalt in Kuba ist Ramon endlich wieder zuhause bei seinen Eltern, Brüdern und Schwestern. Dabei ergibt sich ein Streitgespräch über Kuba , das ein widersprüchliches Bild des Landes gibt. Erschienen in der Tribune,
der Zeitung der Sozialistischen Partei in den Niederlanden am 22.Oktober 2004:

Hier streiten Vater und Sohn im fernen Honduras sozusagen stellvertretend für die linken EU-Parlamentarier in Europa über Kuba. Da es in der Linkspartei wegen der Sicht auf Kuba einigen Streit gab, oder gibt, insbesondere ob es erlaubt sei, eine Resolution zu unterstützen, die Missstände in Kuba anspricht, finde ich diesen Text so interessant. Ich habe ihn aus dem Niederländischen übersetzt, Der Essener Rosa-Luxemburg Club wird übrigens im Herbst Kuba und Lateinamerika (Bolivien ) zum Thema machen.

Tribune 22, Oktober 2004
Cuba libre oder Kuba falsch?

„Gewöhnliche Kubaner setzen sich täglich mit Korruption, Machtmissbrauch und Mangel an Professionalität auseinander“, sagt Ramon aus Honduras, der in Kuba Medizin studiert.

„In Kuba haben sie genug zu essen und Zugang zu Bildung und zur Gesundheitsversorgung. In Honduras sterben sie, weil sie keinen Arztbesuch bezahlen können“, wirft sein Vater ein. Eine bemerkenswerte Widersprüchlichkeit eines faszinierenden Landes.
Text: Hans van Heijningen
vom Niederländischen ins Deutsche: Olaf Swillus

Der Sohn

„Die ersten zwei Jahre meines Medizinstudiums in Havana-Stadt war ich intern. Mit sechszehn Jungen in einem Schlafsaal. Das war gewöhnungsbedürftig. Als ausländische Studenten hatten wir kaum Kontakte zu Kubanern.

Ab dem dritten Jahr bekamen wir mehr Freiheit um unser eigenes Leben zu führen. Wenn man etwas Geld hat, kann man allein oder zusammen mit anderen Studenten für wenig Geld in der Stadt ein Zimmer mieten.“
„Durch meinen Umgang mit Kubanern sind mir die Schuppen von den Augen gefallen. Nicht nur meine kubanischen Freunde - Studenten und Lehrer - sondern eine Mehrheit der Bevölkerung hat das Regime gründlich satt. Nicht einmal so sehr wegen der Armut, aber vor allem durch Machtmißbrauch und Willkür, mit denen Menschen täglich zu tun haben. Menschen fühlen sich nicht frei öffentlich ihre Meinung zu äußern. Unterschwellig sind sie sehr zynisch und es werden viele Witze über die Regierung gemacht. Gewöhnliche Kubaner werden täglich konfrontiert mit Mangelsituationen und Einschränkungen, aber die Probleme verschwinden wie Schnee vor der Sonne, wenn man die richtigen Kontakte hat, oder Geld“
„Ich hätte gern gewollt, dass es anders wäre, weil die Regierung von Kuba es mir ermöglicht zu studieren. In Honduras kannst du das vergessen, wenn deine Eltern nichts auf der hohen Kante haben. Gleichzeitig habe ich bemerkt, dass ziemlich viele Kubaner hinsichtlich der internationalen Solidaritätspolitik des Regimes sehr kritisch sind. Wir helfen der halben Welt, als ob wir hier in Kuba nicht genug Probleme hätten, höre ich täglich um mich herum. An Erklärungen der wirtschaftlichen Malaise von Seiten der Obrigkeiten haben die Menschen schon lange kein Bedarf mehr Tag um Tag, Jahr um Jahr werden sie überhäuft mit Berichten über den ökonomischen Boykott der USA. Da ist natürlich was dran, und die Menschen begreifen das auch, aber es ist nur eine Seite der Geschichte. Die andere Seite ist die Korruption, der Machtmissbrauch und Mangel an Professionalität der kommunistischen Bürokratie, mit der jeder Kubaner täglich konfrontiert ist, die aber offiziell nicht vorhanden sind.“

„Als ausländische Studenten sprechen wir natürlich kaum über Politik. Weil wir in Kuba zu Gast sind, aber auch weil die Kubaner vorsichtig sind, aus Angst Probleme zu bekommen. Doch geschehen Dinge, an die Menschen einfach nicht vorbei kommen. Als vor kurzem eine weitere Verschärfung des Helms-Burton-Gesetzes drohte - die ausländische Wirtschaftskontakte mit Kuba unter Strafe stellt - erhöhte das Regime alle Preise um 20 Prozent. Als der amerikanische Kongress den Gesetzentwurf der Verschärfung des Embargos jedoch verwarf - blieb die Preiserhöhung einfach in Kraft. Aus Anlass wachsender Unzufriedenheit darüber erklärte Fidel Castro kürzlich, dass Bürokraten für den Misstand verantwortlich seien, und die Preiserhöhungen wurden zurückgenommen. Diese Art von Vorfällen nähren die Zweifel vieler Kubaner, ob Fidel Castro, der als Leiter immer noch hohes Ansehen genießt, nicht doch verantwortlich für die Missstände in seinem Land ist. Ob er schlichtweg befangen ist durch einen Hofstaat, der ihm die Sicht auf die Wirklichkeit entzieht Selbst gehe ich davon aus, dass Castro seine Hände in Unschuld wäscht, aber unterdessen durchaus Bescheid weiß über die Missstände.
„Was mit Kuba geschieht wenn Castro einmal sterben wird, ist schwer vorauszusagen. Es kann sein, das das System dann wie ein Kartenhaus zusammen fällt, aber es kann auch sein, dass die Hardliner unter Führung von Raul Castro die Repression noch weiter steigern und auf diese Weise das Machtmonopol der Kommunistischen Partei behaupten.“
„Was mögliche Alternativen zu Castro's kommunistischer Partei angeht, mache ich Unterschiede zwischen der Miami-Clique und die zarte Demokratisierungs-Bewegung auf Kuba. In die Miami-Opposition habe ich keinerlei Vertrauen, aber vor der Varela-Bewegung habe ich großen Respekt.
Von Haus zu Haus sammelt sie Unterschriften für ihr Bestreben ein Mehrparteiensystem in Kuba in Kraft zu setzen. Die kubanische Regierung passte das Wahlrecht an, als es schien, dass die Varela-Bewegung gegen alle Erwartungen die geforderte Anzahl der Unterschriften zusammen hatte um eine Verfassungsänderung zu ermöglichen. Das Regime sah sich gezwungen zu zweifelhaften Maßregeln Zuflucht zu nehmen um der Demokratisierungsbewegung in die Quere zu kommen.
Aus der Leichtigkeit mit der Ramon die Frage beantwortete, was die Konsequenzen eines plötzlichen ‘regime change’ für einen ausländischen Medizinstudendeten im fünften Jahr sein würden, ist klar, dass er nicht das erste Mal darüber nachdenkt. „Nicht allein der kubanische Staat, aber auch die UN und die Europäische Union sind formell beteiligt an unsere Ausbildung in Kuba. Ich gehe dann auch davon aus dass sie dann ihre Zuständigkeit auch ernst nehmen, wenn die Situation in Kuba sich plötzlich stark verändern sollte.“
Ramon, mit gewelltem langen Haar und einem sorgfältig rasierten schmalen Bartring – nach meiner 17jährigen Tocher, die Vorstufe eines Players, formuliert sorgfältig und spitz. Als wir die Beziehung zu seinem Vater zur Sprache bringen, dämpft er seine Stimme. „Er findet dass ich komisch aussehe mit meinen langen Haaren und er wird zornig, wenn er hört was ich über Kuba erzähle. Fidel Castro kann ihm und seinen linken Freunden nun einmal nichts Böses antun. Er hat Angst dass ich rechts geworden bin, aber das finde ich Unsinn. Er verwechselt seinen ideologischen Ausgangspunkt mit der Wirklichkeit und wird sauer wenn ich ihn mit der Wirklichkeit konfrontiere. Wenn er dann auch noch ein paar Bierchen intus hat, kann man gar nicht mehr mit ihm sprechen.“
Über seine Zukunft als Arzt hat Ramon noch keine klar umrissende Ahnung. Nach seinem Grundstudium will er sich in jedem Fall gerne spezialisieren. Weiter hat er sich fest vorgenommen seine Fähigkeiten nicht nur für Menschen mit gefülltem Geldbeutel einzusetzen, sondern auch Armen zu helfen.
Der Vater

Wenn ich an der Bar ein Bierchen bestelle, antwortet Ramom's Vater, dass die auf kosten des Geschäftes sind. Ja es stimmt, dass er sich bisweilen Sorgen über seinen Sohn macht. „Für unsere Kinder scheint alles was sie haben selbstverständlich. Deshalb wissen sie Dinge nicht mehr in ihrem wahren Wert zu schätzen. Bei uns im Dorf kommen die Menschen vernünftig miteinander aus, aber vergiss dich nicht Ramon, sage ich zu meinem Sohn, morgen steigst Du mit mir ins Auto, und wir fahren sechs Kilometer aus dem Dorf heraus. Die Menschen dort sind bettelarm und haben kaum zu essen. Und auf Kuba: Drei Mahlzeiten am Tag. Drei Mahlzeiten am Tag, sage ich ihm. Und hier ? Eine, vielleicht zwei. Da haben die Menschen drei Mahlzeiten pro Tag. Und Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Schau es dir aber mal hier an. Arme Menschen in Honduras sterben weil sie keine Lempira haben um einen Arztbesuch zu bezahlen. Eine Lempira – ein paar Eurocent – und das haben sie nicht.“
Das Geschwätz über Menschenrechte, pure Propaganda. Wofür ich mich wirklich schäme ist die Haltung von unserem Präsidenten Maduro. Ein Tag nach einer Zwischenlandung in Washington legte er auf einer Versammlung der Organisation der Amerikanischen Staaten einen Antrag zur Missbilligung Kubas vor, wegen Menschenrechtsverletzungen. Wie kommt er dazu? Wenn wir über Menschenrechtsverletzungen reden, sollte er erst einmal sich um unser eigenes Land, Honduras, ansehen. In unserem Land haben Menschen keine Arbeit, es wird Hunger gelitten, die Kriminalitätsziffern steigen, tausende Jugendliche machen mangels Perspektiven einen Teil der Banden aus, die die Städte unsicher machen. Und unser Präsident macht sich Gedanken über Menschenrechtverletzungen in Kuba.

Weißt Du, wir Hondurianer haben erst eine Scheißregierung. Warum, so frage ich dich, sendet unser Präsident Soldaten nach Irak? Für eine handvoll Dollars als Hilfe von den Amerikanern. Wir werden regiert von Söldnern, nicht mehr und nicht weniger.
Es ist warm und vom Reden bekommt man Durst. Erneut werden Fläschen Bier geöffnet. „Wo ich mir wirklich Sorgen mache“, führt Ramon's Vater weiter aus, ist die Haltung meines Sohnes. Die Hand die dich nährt, die beißt du nicht, was nichts daran ändert, dass mein Sohn zurückkommt mit Kritik an der kubanischen Regierung, die es ihm möglich macht zu studieren. Und unsere Regierung ? Die hat die Dreistigkeit von Studenten, die in Kuba studieren, für ein Ausreisevisum 27 Dollar zu verlangen. Auf dem Flughafen in San Pedro Sula habe ich Studenten heulen sehen, die mit 30 Dollar von ihren Eltern nach Kuba abfliegen um für ein Jahr zu studieren und dann um 27 Dollar beklaut wurden.
"Das einzige was ich für ihn hoffen kann, ist das Ramon als Arzt die Ideale von Che Guevara en Fidel Castro hoch hält. Er wäre, was mich betrifft, ein völliger Versager, wenn er sich später als Arzt nur durch das Geldverdienen leiten ließe. Diese Spezies von geschulten Menschen haben wir zur Genüge in Honduras. Sie lassen die Armen krepieren und wenn du sie darauf ansprichst, sagen sie, dass nicht sie sondern die Regierung verantwortlich für den Mangel an Versorgung für einfache Menschen ist. Woran wir hier Bedarf haben, ist an geschulten Menschen, die sich für die Armen einsetzen

Dienstag, 12. Dezember 2006

Olmert über Atomwaffenbesitz

Olmert deutet israelischen Atomwaffenbesitz an

Jerusalem (dpa) - Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hat erstmals angedeutet, dass sein Land Atomwaffen besitzen könnte. Von Sat.1 wurde er gefragt, ob Israels Atomwaffenarsenal die Bemühungen des Westens, den Iran am Besitz von Nuklearwaffen zu hindern, nicht abträglich sei. Bisher hat kein israelischer Regierungschef öffentlich zugegeben, dass das Land Atomwaffen besitzt. In seiner Antwort gab Olmert dies indirekt zu, indem er Israel mit einer Reihe von Ländern erwähnte, die über Nuklearwaffen verfügen. 12.12.2006 dpa

Krieg in Afghanistan

Afghan Death Massacre - The Convoy of Death

Produced and directed by Irish filmmaker and former BBC producer Jamie Doran, the film tells the story of thousands of prisoners who surrendered to the US military's Afghan allies after the siege of Kunduz. According to the film, some three thousand of the prisoners were forced into sealed containers and loaded onto trucks for transport to Sheberghan prison. When the prisoners began shouting for air, U.S.-allied Afghan soldiers fired directly into the truck, killing many of them. The rest suffered through an appalling road trip lasting up to four days, so thirsty they clawed at the skin of their fellow prisoners as they licked perspiration and even drank blood from open wounds.

Witnesses say that when the trucks arrived and soldiers opened the containers, most of the people inside were dead. They also say US Special Forces re-directed the containers carrying the living and dead into the desert and stood by as survivors were shot and buried. Now, up to three thousand bodies lie buried in a mass grave.

Outraged human rights groups and lawyers are calling for an investigation but the U.N. special envoy to Afghanistan refuses any U.N.-backed investigation until the Afghan government can protect witnesses. Two of the witnesses in the film have already been killed.

The Time to Stop a War With Iran Is NOW
October 24th, 2006 As incredible as it might seem, the Bush Administration appears to be actively planning a military strike against Iran -- the beginning of a war which could dwarf even the Iraq war in its grim potential for devastating global conflict.

No War on Iran! No Nukes!

Sonntag, 10. Dezember 2006



Bertha von Suttner

1889 erscheint ihr Roman: "Die Waffen nieder". Mit diesem Buch revolutioniert sie die Idee der alten Ordnung, die den Krieg als unvermeidbares Phänomen in der Menschheitsgeschichte annimmt.

Bertha von Suttner leistet auf unterschiedlichen Ebenen Widerstand gegen Krieg, Rassismus, Antisemitismus. Bestandteil einer friedlichen Gesellschaft ist für sie unbedingt die Emanzipation der Frauen.

Sie gründet mit anderen zusammen die Österreichische und Deutsche Friedensgesellschaft. Als einzige Frau nimmt sie an der ersten Weltfriedenkonferenz 1899 in Den Haag teil. Sie setzt sich für den Internationalen Gerichtshof ein, der bei Streitigkeiten zwischen Ländern als Schiedsgericht fungieren soll.

1905 bekommt sie den Friedennobelpreis.